Die Futur-Kreativen

Dieser Film von Christoph Schwager entlarvt die angebliche Alternativlosigkeit in der Politik. Er zeigt viele alternative Gesellschaftsmodelle auf, die quer zu den Parteigrenzen diskutiert und teilweise bereits ausprobiert werden.

Interessant ist, dass der Film die Möglichkeit der gegenseitigen Unterstützung der verschiedenen Wege thematisiert:

Verntetzung der Alternativen

Christoph Schwager schreibt auf seiner Website www.futur-kreative.de zum Film:

“Die Beschäftigung mit vielen gesellschaftlichen Alternativkonzepten führte zu dem Wunsch, sie alle in einer Zusammenfassung und mit gegenseitigem Bezug zu sehen.

Futur-Kreative sind jene Menschen, die kreativ die gesellschaftliche und menschliche Zukunft gestalten.
Die kreative Zukunftsgestaltung ist ein künstlerischer Prozeß, dessen Ergebnis nicht vorhersehbar ist. Mit Rück- oder gar Fehlschlägen ist zu rechnen, nicht alles wird auf Anhieb zu einem wünschenswerten Ergebnis führen. Aber ohne diese mutigen Versuche würden wir die Entwicklung einfach nur geschehen lassen.
Es ist ein Lernprozeß, der schon viele neue Ansätze hervor gebracht hat!”

Länge: 1:28 h

Es gibt hier auch das zugehörige DVD-Format zum Download:
http://archive.org/details/DieFuturKreativen_DVD

Der Film steht dankenswerterweise unter einer offenen Lizenz und kann verbreitet werden:
Creative Commons license: Attribution-Noncommercial 3.0 Germany

Transition Town

Die Transition-Town-Bewegung (etwa „Stadt im Wandel“) gestaltet seit 2006 weltweit Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden den geplanten Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft.

Initiiert wurde die Bewegung u. a. von dem irischen Permakulturalisten Rob Hopkins und Studenten des Kinsale Further Education College in Irland.
Sein Buch “Einfach. Jetzt. Machen”  ist gerade in deutscher Übersetzung erschienen.

Nationale und internationale Politik reagiert nicht angemessen auf die Herausforderungen des Klimawandels und des bevorstehenden globalen Ölfördermaximums (Peak Oil).
Zunehmend mehr Kommunen bereiten sich, initiiert von engagierten Bürgern, von sich aus mit vorbereitenden Maßnahmen aktiv auf eine Zukunft knapper werdender Roh- und Treibstoffe vor und initiieren Transition Towns Gemeinschaftsprojekte. Hierzu gehören je nach den lokalen Bedingungen:
– Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion von fossilen Energieträgern, dazu gehört auch  die Schulung bewussteren Energiegebrauchs
– Gründung von Energiegenossenschaften
– Stärkung der Regional- und Lokalwirtschaft, auch durch Einführung von regionalen Komplementärwährungen
– Urbanes und gemeinschaftliches Gärtnern
– Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Gestaltungsprinzipien der Permakultur, die es insbesondere landwirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Systemen ermöglichen sollen, ähnlich effizient und resilient zu funktionieren wie natürliche Ökosysteme.

Das Transition Town-Projekt verbreitet sich als “einen Idee, deren Zeit gekommen ist” weltweit, im deutschsprachigen Bereich gibt es bereits ein dichteres Netz von kleinen und größeren Initiativen.
Die zentrale Webseite mit vielen aktuellen Informationen ist hier zu finden: http://www.transition-initiativen.de

Transition Town Freiburg ist hier zu finden: www.ttfreiburg.de

Hier findet man eine beeindruckende Karte der aktuellen Initiativen.

Hier kann man den Dokumentations-Film “Transition 1.0” in deutscher Übersetzung ansehen:

Zeit statt Zeug

Michael Volkmer sagt auf seiner Projektseite:

“Das dritte Handy? Der sechste Schal? Das zehnte Parfüm?
Bevor Du Dich beim nächsten Anlaß für eines der typischen Standardgeschenke entscheidest, lass Dich im Zeit-statt-Zeug Shop dazu inspirieren, etwas Einzigartiges zu verschenken: Gemeinsame Zeit.”

Eine tolle, schön aufgemachte Idee zum Üben mit dem Bewusstsein einer Geschenkökonomie!

Der Autor von “Selbst Denken” Harald Welzer sagt dazu:
“Ohne tiefgreifenden Wandel von Wirtschafts- und Lebensweise wird man nicht durch das sich gerade warmlaufende 21. Jahrhundert kommen. Genau darum geht es bei Zeit-statt-Zeug: Anders denken. Anders schenken.

x-> www.zeit-statt-zeug.de

 

Tempelhof-Gemeinschaft

Die Tempelhof-Gemeinschaft ist eine Lebensgemeinschaft von über 80 Erwachsenen und 30 Kindern, die innerhalb weniger Jahre eine lebendige Lebens-Alternative aufgebaut haben. Dazu wurde an der Grenze zwischen Baden-Würtemberg und Bayern in der Nähe von Crailsheim ein großes Anwesen mit einer ganzen Reihe von Häusern (eine ehemaliges Behinderteneinrichtung)  in der Rechtsform einer Stiftung erworben. Die Bewohner sind dann Mitglieder einer basisdemokratischen Genossenschaft, die die Immobilien auf 99 Jahre von der Stiftung pachtet.

Die Gemeinschaft hat eine beeindruckende Umsetzungskraft bewiesen: Es gibt eine gemeinsame Küche in einem neu gebauten ökologischen Gebäude, in der alle Mitglieder gegen einen Monatspauschale mit biologischem Essen versorgt werden, wenn sie es wünschen. Bereits die Hälfte der Nahrungsmittel werden von der eigens gegründeten Bio-Gärtnerei der Gemeinschaft selbst erzeugt.
Es wurden bereits verschiedene Arbeitsstellen geschaffen und Unternehmen gegründet, eine freie Schule hat letztes Jahr ihre Pforten geöffnet.
Es gibt mehrere Fernsehdokumentationen, die zum Teil auf der Webseite abrufbar sind.

Sehr interessant (und sicherlich mit ein Grund für die Umsetzungskraft) ist eine kluge Organisation der Entscheidungsfindung in einer so großen Gemeinschaft.
Von einem Team vorbereitete Sachfragen werden per Konsens im Plenum  diskutiert und entschieden, bei der Abstimmung gibt es statt Ja und Nein 6 konstruktive Möglichkeiten, sein Votum abzugeben.
Für zwischenmenschliche und emotionale Themen gibt es separat davon eine eigene Form  der Gruppenkultur-Pflege.
Die Gemeinschaft ist  aktiv im Anbieten von Seminaren zur Gemeinschaftskultur und zu anderen Themen wie Permakultur.

Die Webseite der Tempelhof-Gemeinschaft : www.schloss-tempelhof.de

 

ReWiG – Regionale Wirtschaftsgemeinschaft

Was ist eine ReWiG?

1.) Eine eingetragene Genossenschaft
Es gibt bereits drei ReWiG’s: in München, in Schlehdorf und im Allgäu. ReWig’s sind eingetragene Genossenschaften, die versuchen ein alternatives, nachhaltigeres Wirtschaften möglich zu machen. Die ReWiG München eG ist ein Pionier-Unternehmen der Gemeinwohl-Ökonomie (siehe Christian Felber).

2.) HerausgeberIn von Genussrechten
Die ReWiG München und die ReWiG Allgäu geben Genussrechte in Euro-Währung aus. Diese Genussrechte kann jedeR erwerben, der/die an einer nachhaltigen Geldanlage interessiert ist. Der Erwerb von Genussrechten ist unabhängig von der Mitgliedschaft. Dieses Geld investiert die ReWiG in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen in der jeweiligen Region.

3.) BetreiberIn einer Komplementärwährung
Die ReWiG gibt die Komplementärwährung “Realo” heraus. Der Realo ist eine rein virtuelle, komplett euro-unabhängige und zinsfreie Währung. Auf dem Realo-Marktplatz können Leistungen und Produkte angeboten und in Anspruch genommen werden.

Nähere Informationen gibt es unter: http://rewig-muenchen.de

 

Geld motiviert zu verantwortungslosem und unethischem Handeln

Durch die annonymisierende Wirkung unseres Geld-Tauschsystems kommen die Menschen, die etwas kaufen, überhaupt nicht mehr in Kontakt mit den Produktionsorten und den Produzenten der erworbenen Ware. Es gibt kein physisches oder emotionales Miterleben der Spur, die das erworbene Produkt auf der Welt hinterlassen hat.

Die Luftverschmutzung in Deutschland ist deutlich zurückgegangen, worauf wir stolz sind. Wir machen uns nicht klar, dass diese Schadstoffe und das CO2 bei der Erzeugung unserer Konsumprodukte jetzt statt im Ruhrgebiet oder in Bitterfeld eben in China in die Luft geblasen werden, in größerer Menge als je zuvor, und befreit von westeuropäischen Effizienz- und Umweltschutzauflagen. Wir haben unseren Smog “outgesourced” und noch dabei “gespart”.
Dummerweise (?) kommt auf unserem gemeinsamen Planeten letztlich alles zu uns zurück – der Klimawandel ist global, und die Schadstoffe in den Billigprodukten sind ebenfalls sehr real.

Besonders fatal wirkt sich das völlige Unverbunden-Sein mit realen Handlungskonsequenzen bei den Mitarbeitern der Finanzindustrie aus. Sie agieren völlig abgehoben nur noch mit Zahlen in Computerterminals, und kommen niemals mit den sozialen oder ökologischen Auswirkungen ihres Handelns persönlich in Kontakt. Dazu kommt, dass Sie meist ihren hoch bezahlten Job sogar als gesellschaftlich hochgradig nützlich empfinden – Geld steht schließlich für Anerkennung.

Die Skandale und Zusammenbrüche der letzten Jahre sprechen hier einen deutliche Sprache. Die riesigen Geldmengen, die durch den Gelderzeugungsmechanismus über Schuld und Zins entstanden sind, haben das Volumen aller materiellen Wertgegenstände der Welt längst um das 10 bis 20fache überschritten.
Dieses vagabundierende Geld hat ein globales “Cassino und Wettbüro” geschaffen, das seine Spieler, die großen Fondsgesellschaften, Spekulanten und Banken zunehmend verführt, alle menschlichen und ethischen Maßstäbe nur noch als lästiges Hindernis guter Geschäfte wahrzunehmen. Wir werden gezwungen mitzuspielen, weil unsere Alterssicherung in diesen Fonds steckt. (siehe 1)
Dass dummerweise die globale Realwirtschaft mit den gleichen Spielchips arbeitet, interessiert im Gewinnmaximierungs-Wahn die Spieler kaum.

Man könnte denken, es gäbe mittlerweile kaum etwas, was die Großbanken (die ursprünglich eine Vertrauensinstitution waren) nicht zu ihrem eigenen Vorteil manipuliert haben, siehe Libor-Skandal, Edelmetallkurs-Manipulationen, Lebensmiitelspekulation zu Lasten der Ärmsten, und betrügerisch intransparente Verpackung fauler Kredite in immer neue Finanzprodukte, was letztlich die globale Finanzkrise 2008 (Lehman-Brothers) auslöste.
Alle Versuche von staatlicher Seite, solchen Mißbrauch zu beenden, zu bestrafen oder auch nur zu einzudämmen, blieben nach Ansichten von Fachleuten weitgehend nutzlos – bis auf einige Symbolgesetze mit vielen Hintertüren, die die verängstigte Öffentlichkeit beruhigen sollen. Die Spielschulden trugen nicht die hochbezahlten Banker, sondern wir, die Bevölkerung, indem der Staat die Banken mit Steuergeld “rettete”.
Geändert hat sich seitdem kaum etwas in den oberen Etagen, dafür umso mehr bei der Bevölkerung.
– Täglich werden Menschen in Spanien aus Ihren Wohnungen geworfen, es gibt seitdem eine anhaltende Welle von Selbstmorden aus Verzweiflung.
– Die Jugendarbeitslosigkeit in der EU liegt im Durchschnitt bei 23 %, in Spanien bei 54%!
– Die ETH Zürich hat in einer Studie herausgefunden, dass nur 120 eng miteinander verflochtene Unternehmen über die Hälfte aller weltweiten Vermögen verfügen. Es ist durch die intensive Verflechtung und gegenseitige Abhängigkeit hoch wahrscheinlich, dass eine fatale Kettenreaktion ausgelöst wird, wenn einige größere Mitglieder dieses Clubs fallen.

Beispielhafte Belege:


1) Spiegel online, 09.05.2012
x-> “Oxfam wirft Allianz gigantische Spekulation mit Nahrungsmitteln vor”

2) Süddeutsche
x-> “Banker bedrohen das Wirtschaftssystem”

3) Spiegel online, 10.01.2013
x-> “Deutsche Bank machte halbe Milliarde mit Libor-Zins”

4) Zeit online, 10.01.2013
x-> “Deutsche Bank – Das Geschäft mit der Bombe”

5) Tagesschau, 27.01.2014
x-> “Verantwortung der Textilbranche – Ein Kreislauf der Heuchelei”

6) Zeit online, 13. September 2013
x-> “UNFAIR TRADE – Die Modeindustrie zieht einfach weiter”

7) Tagesschau, Weltspiegel, 12.05.2013, Stefan Schaaf, ARD Madrid
x-> “Krisenopfer – die neuen Hausbesetzer” (ein Video, das betroffen macht.)

8) TAZ, 28. 11. 2013
x-> “Wirtschaftskrise in Europa – In Spanien geht das Licht aus”


<<- zurück zu den anderen Nebenwirkungen unseres Geldes

Umverteilung über Zinsanteile von “fleißig zu reich”

Viele denken, Zinsen zahle nur, wer eine Hypothek für´s Eigenheim hat oder monatlich Mietzins für seine Wohnung zahlt. In sämtlichen Konsumgüter-Preisen sind aber – von den meisten Verbrauchern völlig unbemerkt – durchschnittlich 30  bis 40% Zinsanteile enthalten. Das rührt daher, weil die vielen am Produktionsprozess einer Ware beteiligten Akteure für ihren Kapitalbedarf Kredite aufgenommen haben und die zu zahlenden Zinsen in ihren Preis als Kosten einrechnen:
Der Rohstofferzeuger finanziert seinen Bagger, die Reederei ihre Schiffe, der Fabrikant seine Produktionshalle und einen Teil seines Rohstoffeinkaufs, der Spediteur seinen Lastwagen, und der Händler sein Ladengebäude. Je mehr Arbeitsteilung, je mehr Beteiligte, um so höher der Zinsanteil, weil Logistik, Verwaltung und Transportanteile größer werden. Je globaler und börsenotierter die Beteiligten der Produktionskette, um so höher die zinspflichtigen Finanzierungsanteile, je lokaler, um so größer die Chance, dass der Produzent nicht kreditfinanziert arbeitet, sondern noch mit unverschuldeten Produktionsmitteln herstellt.

Zinsanteile-klein

Wer also konsumiert, zahlt über ein Drittel des Preises an Menschen, deren Beitrag zum Produkt nur darin besteht, Geld gegen Zinszahlungen zur Verfügung zu stellen.
Nennenswertes Einkommen über Zinszahlungen und Guthabenzinsen zu erhalten, ist auf der anderen Seite nur einem sehr kleinen Teil der Bevölkerung vorbehalten. Daraus folgt logisch eine Umverteilung von den produzierenden zu den besitzenden Teilen der Bevölkerung. Soweit, so verständlich. Aber kennen Sie die Größenordnungen?

Quelle: H. Creutz

Teil man alle Haushalte Deutschlands in 10 nach Einkommen sortierte Zehntel, so  zahlen die unteren 8 Zehntel, also die weniger verdienenden 80% der Bevölkerung, deutlich mehr Zinsen (schwarz) als sie erhalten (orange). Beim 9. Zehntel ist die Bilanz etwa ausgeglichen. Dem reichsten Zehntel fließen also all die Zinszahlungen von 80% der Haushalte zu…
(eine genaue Erläuterung der – hier leicht vereinfachten – Grafik finden Sie bei Interesse bei deren Autor H. Creutz. Copyright: H. Creutz – CC-BY-NC-SA)

Margrid Kennedy nennt für 2009 eine Größenordnung der Umverteilung in Deutschland von 600 Millionen Euro. Und zwar täglich! (siehe #5)

Die in letzter Zeit vielzitierte “Schere zwischen Arm und Reich” hat also hier ihre nachvollziehbare Ursache. Die oft als Gegenargument angeführte “sozialgerechte” Umverteilung von “oben nach unten” über einkommensabhängige Steuersätze bzw. den Grundfreibetrag kommt gegen diese stille, aber gewaltige Umschichtung über den allgegenwärtigen Zins bei weitem nicht an. Dazu kommt noch, dass das obere Zehntel Mittel und Wege hat, seine Gewinne der Steuer zu entziehen. Sie haben vermutlich schon gelesen, dass globale Multis wie Apple, Google, Amazon oder McDonald trotz riesiger Umsätze in Deutschland praktisch keine Steuern zahlen. Und: der Anteil unseres Konsums, der über solche Unternehmen abgewickelt wird, steigt von Jahr zu Jahr.

Das gesellschaftliche Gesamtergebnis dieser Zahlungsströme kann man jenseits aller ideologisch aufgeladenen Diskussionen an den Statistiken zu den immer schneller auseinander laufenden Einkommensverhältnissen rund um den Globus ablesen.

Beispielhafte Belege:

1) Zeit online, 4. November 2013
x-> “Topmanager verdienen 53-mal so viel wie Arbeitnehmer”

2) Zeit online, September 2013
x-> Wahlkantine: “Alle Gehälter auf einen Teller”

3) Spiegel online, 09.06.2013
x-> “Studie: Fast ein Viertel aller Beschäftigten erhält Niedriglohn”

4) Tageschau.de, 15.03.2013
x-> “Ein Viertel nur fürs Wohnen”

5) Komplementärgeld-Expertin Margrid Kennedy
x-> “Interview: Müssen wir Geld neu erfinden?”
Hier findet sich auf S.7 des Interviews, das man als PDF herunterladen kann einen Grafik, die die Zinsanteile in verschiedenen Konsumausgaben visualisiert.
Die Grafik auf S. 9 zeigt sehr anschaulich die extrem ungleiche Verteilung von Zinseinnahmen und Ausgaben der 10 Zehntel der deutschen Bevölkerung.



Zum Schluss noch etwas, damit uns der Humor nicht ganz vergeht: Volker Pispers und die Vermögensverteilung:

<<- zurück zu den anderen Nebenwirkungen unseres Geldes

-> Warum hat unser Geld Nebenwirkungen?

Unser aktuelles Geldsystem hat neben dem beabsichtigten Nutzen, unsere hoch arbeitsteilige Gesellschaft zu ermöglichen und uns mit den notwendigen Waren und Dienstleistungen zu versorgen, unbeabsichtige(?), mittlerweile massiv sichtbare ökologische und soziale Nebenwirkungen. (Fragen sie aber besser nicht Ihren Banker oder “Wirtschaftsweisen”, wenn sie sich erhellende Antworten erhoffen. Denken Sie lieber selbst nach, es ist eigentlich nicht besonders schwer zu verstehen.)

6 Thesen zu den Nebenwirkungen unseres aktuellen Geldsystems:


– Unser Geld erzeugt Wachstumszwang, dieser erzeugt soziale & ökologische Zerstörung
– Unser Geld erzeugt eine menschlich trennende Grundatmosphäre von Konkurrenz
-> Unser Geld hat einen eingebauten Umverteilungsmechanismus von “fleißig zu reich”
-> Unser Geld motiviert zu verantwortungslosem und unethischem Handeln
– Unser Geld neigt zu regelmäßigen katastrophalen Zusammenbrüchen – Krieg & Krise
– Nachhaltiges Wirtschaften mit “gierigem” Geld ist unmöglich – es “rechnet sich nicht”


Ist das übertrieben?
Passt aber schon irgendwie zu den Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte?
Geld-Emanzipation beginnt, wenn wir nicht mehr alles unreflektiert hinnehmen, was uns interessierte Kreise einreden, sondern uns selbst aus den verfügbaren Informationen ein logisch nachvollziehbares Bild machen. Prüfen Sie selbst die Fakten…
Ich versuche, zu jedem Punkt eine kurze Erklärung der Gründe vorzuschlagen und einige beispielhafte Belege in Form von Links zu Artikeln renommierter Medien anzuführen.
Klicken Sie auf die Thesen oben, um mehr zu erfahren.
(noch in Arbeit, demnächst mehr…)

 

Welche Rolle spielt das Geld?

Welche Rolle spielt das Geld bezüglich Umbewusstheit und Separation?

Ich denke, eine ganz zentrale Rolle:
Unbewusstheit: Geld reflektieren wir nicht, wir benutzen es einfach. In den wohlhabenden westlichen Ländern ist es uns zur zweiten Natur geworden, jedem Gegenstand und jeder Dienstleistung einen Geldwert zuordnen zu können. Wir wissen, ob etwas teuer oder billig ist. Wir meinen zu wissen, was etwas “wert ist”. Geld ist fürs so sehr zum universalen Medium geworden, das uns mit fast allem versorgt, was wir brauchen (oder was wir wünschen, was nicht unbedingt identisch ist). Geld ist für uns: Überleben, Sicherheit, Status, Genuss.
Wissen Sie eigentlich, wie unser Geld genau entsteht?
Welche sozialen Wirkungen es auf unser Zusammenleben hat?
Haben Sie etwas darüber etwas in der Schule gelernt?
Die meisten von uns haben sich – trotz gutem Bildungsniveau – über solche Fragen seltsamerweise niemals tiefergehende Gedanken gemacht. Manchmal scheinen mir solche Fragen sogar mit einer Art Tabu belegt zu sein, trotz unserer “aufgeklärten Gesellschaft”.
Wir beschäftigen uns hauptsächlich und leidenschaftlich damit, wie wir zu Geld kommen.

Serparation: Geld hat eine zentrale Eigenschaft: Es macht alle Dinge über eine Zahl vergeichbar. Jedes (und Jeder?) hat seinen “Preis” sagt man. Sogar unsere (uns ursprünglich geschenkte) Lebenszeit hat über den Stundenlohn in unserer Gesellschaft ihren Preis gefunden, von dem unser sozialer Status und unser materielles Wohlergehen direkt abhängt.
Die Vergleichbarkeit hat eine hervorragende, begehrte Eigenschaft – sie ermöglicht eine weltweite, und, was die Quantität der Warenerzeugung angeht, hocheffiziente  Arbeitsteilung, die den profitierenden Ländern (das sind wir) ein Leben in materiellem Wohlstand erlaubt.

alphaspirit - fotolia.com

Sie trennt uns aber in gleichem Maße von der unverwechselbaren Einzigartigkeit der Dinge, sie macht die Dinge anonym. Jedes Ding, jede Arbeitsleistung hat real eine eigene, unverwechselbare Geschichte, es stehen konkrete Menschen dahinter, die an der Herstellung beteiligt waren, die von den ökologischen und sozialen Randbedingungen direkt betroffen waren. Zu den Betroffen gehören bei genauem Hinsehen auch unsere Nachfahren – Kinder und Enkelkinder.

Diese Geschichte des Produktes, und damit auch die mit ihr verbundene Verantwortung oder das Mitgefühl verschwinden beim herkömmlichen Wirschaften vollkommen in einer einzigen, alles entscheidenden Zahl: dem Preis.

© Carl Durocher - Fotolia.com

Ich will es, es ist billig, und ich kaufe es.
Der Rest braucht mich nicht zu interessieren.

Diese Form von Trennung  von Verantwortung und Mitgefühl über das Medium des Geldes erlaubt es uns, sowohl als Konsument als auch als wirtschaftlicher Entscheider uns so effizient von den menschlichen und ökologischen Auswirkungen unseres Handelns zu abzutrennen, dass wir eine im Kern selbstzerstörerische und Leiden erzeugende Wirtschaftsform des “immerwährenden Wachstums” einige Jahrzehnte scheinbar erfolgreich praktizieren können, während wir die Nebenwirkungen  verdrängen.

-> Warum hat unser Geld solche Nebenwirkungen?

Rittergut Jahnishausen

“Sie träumen vom Zusammenleben der Generationen,
von Selbstverwirklichung und ökologisch korrekter Ernährung.
Eine idealistische Lebensgemeinschaft zwischen Utopie und Realität.”

Der MDR bringt in den letzten Wochen eine Doku zu einem interessanten Projekt: 7 Frauen über 60 hatten keine Lust, ihre alten Tage allein zu verbingen. Sie haben sich zusammengetan, ein altes Rittergut im Osten gekauft, es zum Teil biologisch renoviert und eine Lebensgemeinschaft gegründet.
In mehreren lebendigen und sehr persönlichen Episoden gewinnt man einen Einblick in einen ganz andere Art, wie man seinen reiferen Jahre verbringen kann. Mittlerweile wohnen 42 Personen in dem ausgedehnten Gutsgelände, darunter auch junge und ältere Männer 😉

Hier die Projektseite:

www.mdr.de/jahnishausen/projekt/index.html

Die letzten drei der der Episoden habe ich aufgenommen  – wir können gern einen Filmabend dazu organisieren – mit anschließender Diskussion über solche Lebenskonzepte?